Sven-Volker Rehm

Zielkonflikte in der Modellierung – Wie genau ist genau genug? Das 2. SynergyLab der GWS e.V.

13 Teilnehmende aus Wissenschaft, Beratung und Praxis diskutierten im Rahmen des GWS-SynergyLab am 30. April 2025 über zentrale Spannungsfelder in der dynamischen Modellierung von Organisationen. Ausgangspunkt war ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Andreas Größler (Universität Stuttgart) mit dem Titel:
„Lieber nicht so genau und dafür relevant? Zielkonflikte der dynamischen Modellierung in Organisationen“

Relevanz schlägt Genauigkeit?

Prof. Größler stellte die These zur Diskussion, dass Modelle nicht zwangsläufig „richtig“ sein müssen, um nützlich zu sein. Organisationale Modelle, etwa im Bereich strategischer Planung oder Policy Design, müssen oft komplexe Zusammenhänge verständlich machen – nicht bis ins letzte Detail abbilden. Dies führt zu einem grundlegenden Zielkonflikt:
Wie genau darf ein Modell sein, bevor es zu unverständlich wird – und wie ungenau darf es sein, um noch als relevant zu gelten?

Kernthemen der Diskussion

In der anschließenden offenen Gesprächsrunde wurden zahlreiche Aspekte aufgegriffen – aus methodischer, praktischer und erkenntnistheoretischer Sicht:

  • 🔄 Zielkonflikte: Modelle müssen für Entscheidungen relevant sein, aber auch nachvollziehbar bleiben. Zu viel Präzision kann abschrecken.
  • 🧠 Lernen statt Vorhersagen: Simulationen entfalten ihren größten Wert, wenn sie Verständnis fördern, nicht wenn sie exakte Prognosen liefern.
  • 👥 Beteiligung und Akzeptanz: Modellnutzung hängt stark davon ab, ob Stakeholder im Erstellungsprozess einbezogen wurden.
  • 🧩 Komplexitätsreduktion: Modelle sind immer Vereinfachungen. Die Kunst liegt darin, das Relevante zu erfassen und das Irritierende wegzulassen.
  • 🧾 Validität neu denken: Ein Modell kann auch dann nützlich sein, wenn es nicht vollständig datengestützt ist – solange es plausibel, transparent und anschlussfähig ist.

Warum dieses Gespräch wertvoll war

Die GWS versteht das SynergyLab als Denkraum: Hier treffen Menschen zusammen, die systemisches Denken nicht nur anwenden, sondern auch hinterfragen und weiterentwickeln wollen. Diese Veranstaltung zeigte eindrucksvoll:

  • wie stark Theorie und Praxis voneinander profitieren können,
  • wie produktiv das Ringen um Verständlichkeit und Wirkung ist,
  • und wie wichtig es ist, gemeinsam mit Unsicherheiten umzugehen, statt sie zu verstecken.

Interesse geweckt?

Das Thema bleibt aktuell – in der Wissenschaft, in der digitalen Transformation und in der Gestaltung von Organisationen und Politik.
📧 Kontakt: office@gws-kybernetik.org
🔗 Weitere Veranstaltungen unter: gws-kybernetik.org und synergylab.space

Sven-Volker Rehm

Laws of Form-Analyse digitalisierter Arbeitswelten

Die als Schlüsselwerk der Kybernetik bekannt gewordenen Laws of Form von George Spencer-Brown (1969) lassen sich zur Analyse moderner digitaler Infrastrukturen in unserem Arbeitskontext nutzen, um neue Methoden und Theorien zu entwickeln. Dies ist einer der Beiträge des Artikels, der im Februar 2022 im Journal Information and Organization (Elsevier) erschienen ist. Ein Ko-Autor ist GWS-Mitglied Sven-V. Rehm.

Die fortschreitende Digitalisierung hat unser Verständnis von Technologie als einzelne Geräte, Datenbanken oder Anwendungssoftware verändert – wir nehmen diese heute wahr als sich dynamisch verändernde Umgebungen, also Cloud, Metaverse, IoT, KI, eingebettete Systeme usw., in denen vielfältige Nutzungsarten und informationstechnische Prozesse miteinander verflochten sind. Diese in der wissenschaftlichen Literatur als sociomaterial bezeichneten Verflechtungen bestimmen den Erfolg unserer digitalisierten Arbeitswelten (DAW). DAW sind heute viel zu komplex geworden, um sie so zu definieren, wie wir es in der Vergangenheit mit “IT-Artefakten” getan haben. Für die Forschung macht diese Entwicklung das Studium von DAW zunehmend schwieriger und erfordert die Weiterentwicklung von Methoden, mithilfe derer sich die Dynamik der DAW besser beobachten und konzeptualisieren lässt.

In einem vor Kurzem von GWS-Mitglied Sven-V. Rehm mit verfassten Artikel verwenden die Autoren den mathematisch-logischen Formalismus der Laws of Form (LoF) (Spencer-Brown, 1969) für die Analyse sechs illustrativer Studien. Dort wird untersucht, wie jeweils soziale und materielle Aspekte konzeptualisiert werden, um zu unterschiedlichen Perspektiven auf DAW zu gelangen. Die Analyse zeigt drei Archetypen der Beobachtung und Konzeptualisierung auf, die eine Diskussion darüber anregen, wie die Forschung zu neuen Informationssystemen neue qualitative Methoden entwickeln kann.

Der Artikel bietet zum einen neue Einblicke in das aktuelle Verständnis von DAW und Erklärungen zu Schlüsselkonzepten. Zum anderen werden die Laws of Form – als eines der Schlüsselwerke u.a. im Hinblick auf das Konzept der Beobachtung – als prä-ontologischer und prä-theoretischer Formalismus vorgestellt, der die Kommensurabilität von Methoden und die Entwicklung neuer qualitativer empirischer Methoden ermöglicht. Dabei wird aufgezeigt, wie der Formalismus hilft, Unterscheidungen bezüglich des Untersuchungsgegenstandes zu artikulieren und zu verfeinern – und die Argumentation anderer Forscher/-innen kritisch zu untersuchen und zu rekonstruieren.

Der Beitrag kann hier gelesen werden.

Reference: Rehm S-V, Goel L, Junglas I (2022) Researching digitalized work arrangements: A Laws of Form perspective. Information and Organization:100391. DOI: 10.1016/j.infoandorg.2022.100391 .

Sven-Volker Rehm

Lehr- und Lernmaterialien für die WiSo-Kybernetik

Eine satzungsgemäße Aufgabe der GWS e.V. ist das “Aufzeigen, die Entwicklung und die Verbreitung des Gedankenguts und der Methoden der Kybernetik in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Zusammenwirken mit den Erkenntnissen und Erfahrungen der allgemeinen Wissenschaft und Praxis” (Satzung).

Diese aktuelle Initiative innerhalb der GWS hat zum Ziel, entsprechende Materialien für akademische und berufsbegleitende Lehre zusammenzustellen. Diese sollen zum einen die Aus- und Weiterbildung von Führungskräften in Wirtschaft, Politik und Verwaltung auf dem Gebiet der WiSo-Kybernetik ermöglichen sowie zum anderen die Förderung des Interesses für Kybernetik, insbesondere bei jungen Menschen.

Sowohl Hinweise auf Materialien als auch Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung sind herzlich eingeladen. Wenn Sie sich als GWS-Mitglied oder externe/-r Interessierte/-r beteiligen möchten, wenden sie sich bitte an den Vorstand der GWS.

Sven-Volker Rehm

CI:P Journal: Beiträge zu Collective Intelligence

Die GWS gründet derzeit eine neuartige wissenschaftliche Zeitschrift: Collective Intelligence Perspectives ist als interdisziplinäres und multimediales Angebot sowie als globales Forum für transdisziplinäre wissenschaftliche Untersuchungen konzipiert, die sich mit systemischen Perspektiven auf kollektive Intelligenz bzw. Collective Intelligence befassen, also die kollektive Generierung und Nutzung von Informationen, Kommunikation und Kontrolle in sozialen Organisationen betrachten.

Wenn Sie selbst als Autor oder Autorin beitragen möchten, wenden Sie sich bitte an den Vorstand der GWS.

Sven-Volker Rehm

Studie zu Cybersicherheit in Aufsichts-, Verwaltungs- und Beiräten

Cybersicherheit hat in den Leitungsgremien von Unternehmen in den letzten Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen. Die Studie, die GWS-Mitglied Sven-V. Rehm derzeit an der Business School der Universität Strasbourg durchführt untersucht, wie die Gremien über Cybersicherheit diskutieren, wie Entscheidungen getroffen werden, welche Einstellungen in Bezug auf Cybersicherheit aufeinandertreffen sowie welche Unsicherheiten oder auch ‚Pain Points‘ in den Gesprächen zu Tage treten.

Ziel der Studie ist es, Erkenntnisse über die individuelle Wahrnehmung von Cybersecurity zu gewinnen, um praktische Hilfestellung für einen besseren Umgang mit entsprechenden Themen in Gremien zu entwickeln und um Maßnahmen zu identifizieren, die dazu beitragen, die Resilienz von Unternehmen durch Cybersecurity-bezogene Entscheidungen und Investitionen zu fördern.

Für unsere Studie suchen wir Interviewpartner, die Mitglieder in Beiräten, Aufsichts- oder Verwaltungsräten sind. Die Interviews sollen Aufschluss darüber geben, wie Diskussionen ablaufen und Entscheidungen getroffen werden, welche Einsichten und Stellungnahmen aus operativen Ebenen herangezogen werden und welche Mechanismen den Gesprächsverlauf beeinflussen. Besondere Expertise in Cybersicherheit ist nicht erforderlich, da unser Augenmerk auf persönlichen Einstellungen, Herangehensweisen und Erfahrungen und nicht auf Organisationsstrukturen, Vorfällen oder Zertifizierungen usw. liegt.

Zur Auswertung der Studiendaten werden neue Verfahren des maschinellen Lernens eingesetzt. Insbesondere soll hierdurch aufgezeigt werden, wie verschiedene Framings von Dialogteilnehmern/-innen zur Dynamik einer kollektiven Intelligenz im Gremium beitragen.

Ko-Leiterin der Studie ist Dr. Laura Georg Schaffner, Professorin an der EM Strasbourg, der Business School der Universität Strasbourg. Frau Dr. Georg Schaffner ist Partnerin für Governance of Cybersecurity bei der International Board Foundation, die auch die Global Guidelines on Corporate Governance for Cybersecurity herausgegeben hat. Nach acht Jahren als Global Head for Information Security und Geschäftsführerin einer Schweizer Beratungsfirma leitete Laura von 2015 bis 2017 das Norwegian Information Security Laboratory, eines der größten europäischen Forschungslabors auf diesem Gebiet. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Security Management and Governance, Digitalisierung, Risk Management, Distributed Ledger Technology und Security Ethics.

Wir würden uns freuen, wenn Sie die Studie im Rahmen eines etwa halbstündigen Interviews unterstützen würden. Bitte senden Sie uns hierzu eine kurze E-Mail an GWS-Mitglied Sven-V. Rehm. Die Ergebnisse der Studie werden den Beteiligten gerne zur Verfügung gestellt. Wir sind sehr dankbar für Ihre Unterstützung und stehen Ihnen jederzeit für Fragen zur Verfügung!

Sven-Volker Rehm

IT Empowerment: Freiheit bei der Wahl der Mittel stärkt Innovationsfähigkeit

Die eigenständige Wahl digitaler Tools am Arbeitsplatz stärkt die Innovationsfähigkeit von Unternehmen. Dies ist einer der Beiträge des Artikels, der im Januar 2022 im International Journal of Information Management erschienen ist. Ein Ko-Autor ist GWS-Mitglied Sven-V. Rehm.

Während der COVID-19-Pandemie wurde deutlich, dass technologiegetriebene organisatorische Transformation bestimmten Dynamiken unterliegt. Mitarbeiter/-innen investieren zunehmend Zeit und Geld in Verbraucher-IT, also digitale Geräte und Apps, die sie für ihre Arbeit verwenden. Dieses mit IT Consumerization bezeichnete Konzept beschreibt, dass Mitarbeiter/-innen ihre Smartphones, Notebooks und Tablets am Arbeitsplatz nutzen, begleitet von einer wachsenden Toolbox an Anwendungen. Google Apps und Dropbox sind nur zwei Beispiele für Tools, mit denen Mitarbeiter/-innen ihre Arbeit erledigen und dabei oft die Ihnen zugestandenen Befugnisse der IT-Abteilung und des Unternehmens umgehen. Während einige Organisationen Mitarbeiter/-innen davon abhalten oder sogar verbieten, ihre persönliche IT zu verwenden, gehen andere das Phänomen pro-aktiv an.

Bislang gab es keine empirische Bestätigung für den vorteilhaften Zusammenhang zwischen IT Consumerization und Produktivitätsgewinnen im Unternehmen. Dieser wird nun im vorliegenden Beitrag dokumentiert. Theoretische Grundlage ist das Konzept des IT Empowerment. Dieses Konzept erfasst den Grad an Autorität, die ein Mitarbeiter bei der Nutzung von IT innehat, um Aspekte seiner Arbeit zu kontrollieren oder zu verbessern. Bei der Befragung von 147 Mitarbeitern/-innen findet sich ein höheres Maß an IT Empowerment und ein höheres Maß an wahrgenommener Produktivität bei denen, die Verbraucher-IT aktiv nutzen, im Vergleich zu denen, die dies nicht tun. Die Studie findet auch einen engen Zusammenhang zwischen IT Empowerment und wahrgenommenem innovativem Arbeitsverhalten.

Dass die Studie den vorteilhaften Zusammenhang zwischen dem Zugestehen von Freiheiten für eigenständige Wissensarbeit auf der einen – und höherer Produktivität auf der anderen Seite – aufzeigen hilft, ist ein wichtiger Baustein für das bessere Verständnis der Dynamik des Managements komplexer Organsationen. Frühere Annahmen kybernetischer Modelle über die idealerweise rekursive hierarchische Organisation zur Gestaltung autonomer Bereiche werden dadurch getützt.

Der Beitrag kann hier gelesen werden.

Die Ergebnisse der im Artikel beschriebenen Studie wurden vor Kurzem auch im Wall Street Journal gewürdigt.

Reference: Junglas, I., Goel, L., Rehm, S.‑V., & Ives, B. (2022). On the benefits of consumer IT in the workplace—An IT empowerment perspective. International Journal of Information Management, 64, 102478. https://doi.org/10.1016/j.ijinfomgt.2022.102478

Sven-Volker Rehm

Metaverse und Internet-of-Things

Was kann das Metaverse für die Wirtschaft leisten? Wie können die Möglichkeiten des IoT in Zusammenarbeit mit IoT-Service-Providern nutzbar gemacht werden? GWS-Mitglied Sven-V. Rehm untersucht derzeit in einem Team internationaler Forscherkollegen/-innen, wie die Potenziale dieser neuartigen digitalen Technologien beschreibbar gemacht werden können. Interessierte können im Rahmen von Roundtable-Gesprächen partizipieren.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre im Kontext der Digitalen Transformation haben gezeigt, dass das Management technologischer Innovation immer wieder die Rolle von Infrastrukturen, Architekturen, Integrationen und Partnerbeziehungen im Hinblick auf mögliche neue, datengetriebene Services in Frage stellen muss. Wo stehen wir heute im Hinblick auf die systematische, zielorientierte Nutzbarmachung von IoT, IIoT und Geschäftsbeziehungen in Geschäfts-Ökosystemen?

Ein Kernziel des Projektes ist es, mithilfe von Roundtable-Gesprächen in einer Positionsbestimmung Erkenntnisse über die Herausforderungen bei der Entwicklung von IoT-Lösungen zu gewinnen. Welche Mechanismen behindern oder befördern neue Möglichkeiten? Was sind die „pain points“ in der Entwicklung und Gestaltung neuer Lösungen? Wie kommt man von prinzipiellen Möglichkeiten der Datensammlung und -bereitstellung zur Lösung, zum System, zum Business Case? Welche Rolle spielen dabei Firmenkultur, inklusive agiler Methoden, rechtliche Rahmenbedingungen oder Flexibilität für neue Partnerschaften?

Auf dieser Basis soll eine Landkarte erstellt werden, auf der Mechanismen und Lösungsmuster gegeneinander abgegrenzt werden, die sich im Rahmen der sogenannten API-Economy oder des (Industriellen) Internet der Dinge als zielführend erwiesen haben. Diese Landkarte soll sowohl für die Firmen auf Anbieterseite als auch für die Seite der Integration, etwa IoT-Integratoren, hilfreich sein. Mittelfristig soll so eine neue Kompetenz zur Gestaltung vernetzter Innovations-Partnerschaften gefördert werden.

Aus Sicht der Wirtschaftskybernetik ermöglicht das Projekt die Untersuchung, wie die Potenziale digitaler Infrastrukturen von den sie nutzenden Unternehmen und Personen erkannt und in Systemen umgesetzt werden können. Hierbei ist zu beachten, dass die System-Bildung ggf. automatisert geschieht und die potenziellen Eingriffsmöglichkeiten vieler Personen im Sinne der kollektiven Intelligenz ubiquitär verteilt sind.

Das Team umfasst Forscher/-innen der Universität Strasbourg, TU München, Univ. of North Florida (USA), College of Charleston (USA) und Maynooth University, Irland.

Wenn Sie Interesse haben, an Roundtable-Gesprächen teilzunehmen, senden Sie uns hierzu bitte eine kurze E-Mail an GWS-Mitglied Sven-V. Rehm

Sven-Volker Rehm

Plattformen für Urbane Experimente

Wie können Städte, Gemeinden und Metropolregionen das Ziel der Urbanen Nachhaltigkeit verfolgen? Dieser im April 2021 im Journal Smart Cities erschienene eingeladene Beitrag diskutiert Wege und Hilfsmittel zur Gestaltung eines urbanen Dialoges. Ko-Autor des Artikels ist GWS-Mitglied Sven-V. Rehm.

Der Beitrag fokussiert die Rolle digitaler Urban Experimentation Platforms (UXPs) für die Gestaltung Urbaner Nachhaltigkeit. Der Beitrag charakterisiert Urbane Nachhaltigkeit als holistische Aufgabe, die nur durch kontinuerliches Feedback von bürgernahen und von Bürgern angestossenen Initiativen lokal relevante Lösungen für dringende Probleme finden kann. Urbane Nachhaltigkeit soll dadurch als ständiger Verbesserungsprozess und Dialog etabliert werden, der auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren kann. Bürger/-innen, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sind gemeinsam über UXPs als digitale Plattformen in diesen Prozess eingebunden. Drei Aspekte sind dabei von besonderer Bedeutung: (1.) Die Governance urbaner Geschäfts-Ökosysteme, (2.) die Befähigung von Bürgen/-innen zur gemeinschaftlichen Innovationen – diese geschieht im Rahmen von Living Labs in Zusammenarbeit mit Forschungsinstitutionen, Unternehmen und Verwaltungen sowie (3.) die methodische (digitale und praktische) Unterstützung der Entwicklung regionaler bzw. lokaler Innovationen, die sich spezifisch auf die jeweiligen Bedürfnisse und Herauzsforderungen beziehen.

Die Einsichten basieren auf mehreren europäischen Gemeinschaftsforschungsprojekten sowie Projekten in der Metropolregion München. Es werden insbesondere konkrete Vorschläge für die Rolle von Verwaltungen und für die Einbindung von Unternehmen und Bürgern/-innen formuliert.

Der Beitrag nutzt Einsichten der kybernetischen Hierarchiemethodik für das Management großer komplexer Systeme und wendet diese auf die aktuelle gesellschaftliche Fragestellung der Urbanen Nachhaltigkeit an. Die Dynamik der in den Städten gestalteten Lösungen wird mithilfe von System Dynamics modelliert.

Der eingeladene Beitrag erschien Ende April 2021 im Smart Cities Journal (MDPI). Die Koautoren sind GWS-Mitglied Sven-V. Rehm, Shane McLoughlin von der Maynooth University, Irland, und Giovanni Maccani von Ideas for Change, Barcelona. Den Open Access-Artikel finden Sie hier.

Ein grafisches Summary des Artikels:

Rehm, Sven-Volker; McLoughlin, Shane; Maccani, Giovanni. 2021. “Experimentation Platforms as Bridges to Urban Sustainability” Smart Cities 4, no. 2: 569-587. https://doi.org/10.3390/smartcities4020030

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