Seit 1968 bringt die Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialkybernetik Menschen aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um komplexe Zusammenhänge in Wirtschaft, Technologie und Gesellschaft zu verstehen und neue Gestaltungsmöglichkeiten zu erschließen.

Unsere sechs Themenschwerpunkte verbinden grundlegende Fragen der Kybernetik mit aktuellen gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen. Sie bilden keine voneinander getrennten Disziplinen, sondern eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf dynamische, vernetzte Systeme.




1. Digitale Transformation und gesellschaftlicher Wandel

Digitale Technologien verändern nicht nur einzelne Arbeitsprozesse, sondern auch die Beziehungen zwischen Organisationen, Märkten und gesellschaftlichen Akteuren. Aus kybernetischer Perspektive interessiert uns, welche neuen Dynamiken, Abhängigkeiten und Möglichkeiten der Selbstorganisation dadurch entstehen und wie digitale Transformation verantwortungsvoll gestaltet werden kann.

Unsere Leitfragen

  • Wie verändern digitale Plattformen und algorithmische Systeme die Koordination, Entscheidungsfindung und Teilhabe in Wirtschaft und Gesellschaft?
  • Wie können wir Rückkopplungen und unbeabsichtigte Folgen digitaler Transformation frühzeitig erkennen und neue Gestaltungsmöglichkeiten erschließen?

Vergangene Veranstaltungen:

  • Wirtschafts- und Sozialkybernetik im Digitalen Wandel:Relevanz – Resonanz – Resilienz (2023)
  • System Dynamics for Information SystemsResearch: The Dynamics of Digital Transformations (2018)
  • Digitale Welten: Neue Ansätzein der Wirtschafts- und Sozialkybernetik (2014)
  • Unternehmensführung in der VUCA-Welt (2016)
  • Systemdenken und Virtualisierung – Unternehmensstrategien zur Vitalisierung und Virtualisierung auf der Grundlage von Systemtheorie und Kybernetik (1999)
  • Intelligente Organisationen – Überlebenskonzepte für turbulente Zeiten auf der Grundlage von Systemtheorie und Kybernetik (1997)

2. Systemisches Management und lebensfähige Organisationen

Organisationen müssen unter sich verändernden Bedingungen handlungsfähig bleiben. Die Wirtschafts- und Sozialkybernetik verbindet dazu systemische Managementansätze mit Fragen der Organisationsgestaltung, Governance und strategischen Entscheidungsfindung. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Fähigkeit von Organisationen, mit Komplexität, Unsicherheit und widersprüchlichen Anforderungen umzugehen.

Unsere Leitfragen

  • Wie können Organisationen ihre Entscheidungsfähigkeit und Lebensfähigkeit in dynamischen Umwelten erhalten und weiterentwickeln?
  • Wie unterstützen systemische Modelle, Simulation und neue Formen der Governance die Gestaltung anpassungsfähiger Organisationen?

Vergangene Veranstaltungen:

  • Methoden der Wirtschaftskybernetik (Advanced Methodsof Managerial and Social Cybernetics) (2018)
  • Unternehmenskybernetik 2020: Betriebswirtschaftliche und technische Aspekte von Geschäftsprozessen (2007)
  • Modellbasiertes Management: Modellierung und Simulation in Theorie und Praxis (2013)
  • Interdisziplinarität und Komplexität (2012)
  • Komplexitätsbewältigung mit Informatik undSystem (1990)
  • Business Cybernetics (1990)
  • Unternehmensstrategien im sozio-ökonomischen Wandel (1989)
  • Der ‘Schwarze Kasten’ – ein kybernetischer Denkansatz (1988)
  • Steuerungsinstrumente in Unternehmen – Betriebswirtschaftliche Notwendigkeitoder Modeerscheinung? (1983)
  • Zunehmende Außeneinflüsse auf das Unternehmen – Lösungsansätze durch die Kybernetik (1980)

3. Wissen, Lernen und kollektive Intelligenz

Wissen entsteht und entwickelt sich im Austausch zwischen Menschen, Organisationen und zunehmend auch intelligenten Maschinen. Entscheidend ist nicht allein die Verfügbarkeit von Informationen, sondern die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen, gemeinsam zu lernen und daraus neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Unsere Leitfragen

  • Wie entsteht kollektive Intelligenz aus Kommunikation, Wissensaustausch und dem Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven?
  • Wie lassen sich Feedback- und Lernprozesse gestalten, die gemeinsames Verständnis, Innovation und kontinuierliche Anpassung ermöglichen?

Vergangene Veranstaltungen:

  • Kybernetik und Wissensgesellschaft: Vernetztes Denken, geteiltes Wissen – auf dem Weg in die Wissensökonomie (2011)
  • Effektivität und Effizienzdurch Netzwerke (2004)
  • Innovation und Information (2008)
  • Interkulturelle Kooperation (2005)
  • Systemdenken und Globalisierung – Folgerungen für die lernende Organisation iminternationalen Umfeld (1995)

4. Interdisziplinäre Perspektiven auf komplexe Herausforderungen

Klimawandel, gesellschaftliche Resilienz, Gesundheit oder die Entwicklung urbaner Lebensräume lassen sich nicht innerhalb einzelner Fachdisziplinen verstehen. Die Kybernetik bietet eine gemeinsame Sprache, um Wechselwirkungen zwischen technischen, ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Systemen zu untersuchen und unterschiedliche Wissensbestände miteinander zu verbinden.

Unsere Leitfragen

  • Wie lassen sich komplexe gesellschaftliche Herausforderungen durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und systemische Modellierung besser verstehen?
  • Wie können wir langfristige Wirkungen, Zielkonflikte und unbeabsichtigte Folgen unterschiedlicher Handlungsoptionen sichtbar und diskutierbar machen?

Vergangene Veranstaltungen:

  • Entscheiden in komplexen Systemen (2000)
  • Umgang mit Komplexität: Organisationen in turbulenten Umwelten – Unternehmen in dynamischen Märkten (1991)
  • Interaktion – Modellierung, Kommunikation und Lenkung in komplexen Organisationen (1993)
  • Anwendung der Systemtheorie und Kybernetik in Wirtschaft und Verwaltung (1977)
  • Angewandte Wirtschafts- und Sozialkybernetik – Neue Ansätze in Praxis und Wissenschaft (1983)
  • Anwendungen der Systemtheorie und Kybernetik in Wirtschaft und Verwaltung (1979)
  • Systemtheorie, Kybernetik und Operations Research in Technik, Wirtschaft und Verwaltung (1976)

5. Regelung, Rückkopplung und Selbstorganisation

Wie können dynamische Systeme beeinflusst werden, ohne ihre Komplexität auf einfache Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu reduzieren? Regelung, Rückkopplung, Beobachtung und Selbstorganisation gehören zu den grundlegenden Konzepten der Kybernetik. Sie eröffnen Perspektiven auf das Verhalten technischer, wirtschaftlicher und sozialer Systeme – insbesondere dort, wo zentrale Steuerung an ihre Grenzen stößt.

Unsere Leitfragen

  • Welche Rückkopplungen, Verzögerungen und nichtlinearen Wechselwirkungen prägen Stabilität, Krisen und Veränderungsprozesse?
  • Wie lassen sich bewusste Steuerung, dezentrale Selbstorganisation und die Beobachtung dynamischer Systeme sinnvoll miteinander verbinden?

Vergangene Veranstaltungen:

  • Kybernetik oder Regelung und Kommunikation in Organisation und Gesellschaft (2015)
  • Tarifpolitik und Kybernetik (1975)
  • Anwendung derTheorie dynamischer Systeme im Wirtschaftsbereich (1974)
  • Theorie dynamischer Systeme und Anwendungen im Wirtschafts- und Sozialbereich (1973)
  • Systemerkennung und Simulation (1972)
  • Informationsveranstaltung “Kybernetische Führungslehre” (1971)
  • Regelungstheorie / Systemtheorie (1970)
  • Mensch-Maschinen-Symbiose im 21. Jahrhundert (1970)

6. Mensch, KI und intelligente Systeme

Künstliche Intelligenz und zunehmend autonome Technologien verändern das Zusammenspiel von Menschen und Maschinen. Die Kybernetik verbindet dabei technische Fragen adaptiver Systeme mit grundlegenden Überlegungen zu menschlicher Autonomie, Verantwortung, Kommunikation und Kontrolle. Im Mittelpunkt steht die Gestaltung intelligenter Systeme, die Menschen und Organisationen in ihrer Handlungsfähigkeit unterstützen.

Unsere Leitfragen

  • Wie können Menschen und intelligente Maschinen so zusammenwirken, dass menschliche Urteilskraft, Autonomie und Verantwortung erhalten bleiben?
  • Wie lassen sich lernende und teilautonome Systeme auch unter sich verändernden Bedingungen verlässlich beobachten, gestalten und kontrollieren?

Vergangene Veranstaltungen:

  • Kybernetische Aspekte moderner Kommunikationstechnik (1987)
  • Der Weg in den Aufschwung mit Hilfe neuer Entwicklungen der Computer-Technologie? (1984)
  • Neue Ergebnisse der ‘Wirtschaftskybernetik’ (1970)
  • Modellanalyseökonomischer Systeme (1970)

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